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Ralf Kistner |
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Die wahrscheinlich faszinierendste Versuchung seit es Motorräder gibt Perfektionstraining
von Prospeed auf der Rennstrecke in Brünn
Die ersten Erfahrungen konnte ich diesbezüglich letztes Jahr in Hockenheim bei einem Einsteiger- und Perfektionstraining von Prospeed sammeln. Vom Veranstaltungskonzept und dem Sicherheitsstandard überzeugt meldete ich mich bei Robert Neureiter zu einem erneuten Perfektionstraining an mit der Option, von Toni Mang instruiert zu werden. Ich wollte von seinem Erfahrungsschatz profitieren und an meiner Fahrtechnik feilen. Terminlich klappte alles soweit, dass ich auf meiner Wunschstrecke in Brünn an einem Training teilnehmen konnte. Ich
möchte mich gleich vorab bei Robert Neureiter bedanken, dass er
diesen Bericht durch sein großzügiges Entgegenkommen ermöglichte,
indem er mich auf seine eigenen Kosten daran teilnehmen ließ. Ich fieberte ja schon lange auf den Termin hin. Und endlich war alles soweit organisiert, dass es los gehen konnte.
Abfahrt
Freitag
morgen hole ich die Maschine bei KDH nebst gestelltem Hänger ab.
Vor mir liegen gut 600 Kilometer Gespannfahren. Um es kurz zu machen:
Die Strecke zieht sich ganz schön in die Länge. Die Autobahnen
in der Tschechischen Republik sind bis Prag gut, danach weniger gut
ausgebaut, so dass der Hänger hinter mir z.T. ganz schöne
Sprünge macht. Egal. Ich suche mir mit meinem Gespann eine Bleibe auf der riesigen Campinganlage im Streckengelände. Wie von einigen Bekannten beschrieben ist hier wirklich alles vorhanden, was das Leben angenehm macht. Restaurants, Kioske, Verkaufsstellen für Verkleidungsnachbauten und sonstiger Biketeile, die bei uns wahrscheinlich mehr als das doppelte kosten. Die sanitären Anlagen werden drei Mal am Tag geputzt. Es ist wirklich klasse.
Gegen 8.30 Uhr laufen die ersten Maschinen an. Überall hört man neben Wohnmobilen oder aus Boxen heraus Motoren laufen, die immer wieder stoßweise hochgedreht werden. Brünn beginnt zu leben. Die Motoren fauchen immer heftiger. Die ersten drehen kleine Aufwärmrunden durch das Campingareal - natürlich noch ohne Helm und Kluft. Überall wird noch ein wenig geschraubt und probiert. Gegen 9.00 Uhr dann versammelt sich die erste Gruppe vor der Boxenausfahrt zur Strecke. Die Streckenposten in orange farbigen Kombis haben alles im Griff. Der "Pförtner" lässt einen nach dem anderen raus auf die gut 5,5 km lange Piste, die zu den schönsten in Europa zählt.
Nachdem
die erste Gruppe ihren 20minütigen Turn hinter sich gebracht hat,
sind wir dran. Ich fahre in der "langsamen" Gruppe mit. Ameise
habe ich gebeten, mir einen Turn lang die Strecke und die Linie zu zeigen.
Er fährt voraus in gemäßigtem Tempo. Ich muss mich erst
mal an die kalten Slicks gewöhnen. Die Maschine wirkt kippelig,
was sich aber mit zunehmender Reifentemperatur absolut legt. Ameise
fährt Ideallinie, die ich mir einzuprägen versuche. Unsere
Runden werden schneller. An die Kawa gewöhne ich mich schnell,
obwohl ich mit der Maschine vor dem Training noch keinen Meter gefahren.
Das spricht für die Kawa. Der erste Turn ist rum. Mit Ameise gibt
es eine kurze Reflexion mit Wieder sind es genau die Verhaltensweisen, die man im Einsteigertraining lernt, die letztendlich die Rundenzeiten und die Fahrzeugbeherrschung verbessern. Vor allem merke ich gleich wieder, dass es zwar vor und in Kurven ganz schön zur Sache geht, dass, wenn man sich drauf einlässt, Fahrer und Fahrerinnen dabei sind, die keinen Fight meiden und um Meter kämpfen, doch herrscht weitgehend große Disziplin auf der Strecke, was letztlich Sicherheit bedeutet. Es zeigt sich, dass die, die einfach wie wild und kopflos an der Rolle drehen, recht schnell von der Strecke fliegen. Brünn ist ziemlich anspruchsvoll und hat vor allem viele Kurven in allen möglichen Radien. Da ist einfaches Drauflosheizen nicht angesagt. Um an seiner eigenen Linie zu feilen und Fehler zu vermeiden besteht immer die Möglichkeit, mit einem Instruktor auf die Strecke zu gehen und sich einiges abzuschauen. Gespräche danach bringen Reflexion und Klarheit darüber, was verbessert werden sollte, aber auch, was schon passt. Das ist das Gute an den Trainings von Prospeed, dass man, wenn man Bedarf hat, sich immer wieder was zeigen lassen kann.
Die Tage sind so organisiert, dass man je Stunde 20 Minuten fährt und 40 Minuten Pause hat zwischen den Turns. Sicherheit auf der Strecke ist bei Robert Neureiter immer erstes Gebot. Auch hier bestätigen die Unfallzahlen sein Konzept, das zwar im Vergleich etwas höhere Teilnahmekosten bedingt, jedoch vom Lernerfolg und dem Sicherheitsstandard her kaum Konkurrenz fürchten muss. Zu
den Ringerfahrungen gehört auch, dass es Freaks gibt, die auf den
Rennstrecken ihr zweites zu Hause gefunden haben. Die sind wiederum
in Geschwindigkeitsbereichen unterwegs, dass ich immer wie gebannt diesen
Helden hinterher blicke und mich frage, ob diese Jungs die physikalischen
Haftungsgrenzen anders definieren als ich. Die fahren Geschwindigkeiten,
wenn sie mich in Kurven überholen mit ihren R1, GSX-R 750, F 4
o.ä., dass ich denke, ich stehe oder fahre Mofa. Da liegen einfach
noch Welten dazwischen. Für mich war dieses Training in seinem Gesamtkonzept eine runde Positiverfahrung. Die Linie von Öttl setze ich mittlerweile mit meiner GS, aber auch bei Tests bei zügiger Fahrt im Straßenverkehr genau so um wie in Brünn mit dem Gefühl, mir dadurch ein größeres Sicherheitspolster für Ausweichmanöver geschaffen zu haben. Zudem fahre ich viel runder und gelassener seit Brünn. Resumee: Die Trainings von Prospeed bringen nach meiner Erfahrung neben einer Riesenmenge an Spaß eine gehörige Portion an Fahrsicherheit mit. Ich kann nur jedem Motorradfahrer, egal ob Anfänger oder altem Hasen, empfehlen, eins der Trainings mitzumachen. Der Schatz an Sicherheit und daraus resultierendem Fahrkönnen ist mit dem Teilnahmepreis nicht aufzuwiegen. Eigentlich sollten meiner Meinung nach sogar Teile solcher Trainings in die normale Fahrschulausbildung für Motorradfahrer mit einfließen. Denn nur wer heikle oder vermeintlich haarige Situationen schon mal durchlebte, kann in ähnlichen Situationen sicherer reagieren. Die für die praktische Prüfung notwendigen Übungen wirken dagegen eher steril und künstlich. Wo bekommt man gezeigt, wie ich in Schräglage so bremse, dass ich gute Verzögerungswerte habe und dennoch nicht wegrutsche? Das geht nicht auf Parkplätzen vor Kaufhäusern oder Schwimmbädern. Dazu bedarf es einer Strecke, wo realistische Geschwindigkeiten gefahren werden und dies geübt werden kann. Wo besser als auf einer Rennstrecke mit Instruktoren, die so viel Erfahrung mitbringen, dass sie jeden kleinen Fehler sofort bemerken und rückmelden? Wer sich zu den Angeboten von Prospeed erkundigen möchte, kann sich im Internet unter www.prospeed.de einklicken oder sich direkt melden bei: Prospeed
Noch ein paar Impressionen:
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