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Ralf Kistner |
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Fahrbericht über die neue
Honda CB900F Hornet
Da ich für dieses Jahr einen umfangreichen Testplan habe, beginne ich früh mit dem Testen und terminiere mir bei der Fa. Kreiselmeier in Feuchtwangen die Honda Hornet 900. In der Presse las ich schon einiges über die erstarkte Hornisse aus dem Honda-Nest und war natürlich mehr als neugierig, wie sich das Leichtgewicht mit bewährtem Fireblade-Aggregat über die Pisten bewegen lässt. Die Sonne ist von leichten Schleierwolken
verdeckt, die Temperaturen liegen um die 15°C, als ich von Ich laufe um die Maschine herum.
Aufregend, wie sie ihre Wespentaille zur Schau stellt und mit den
bis unter den Sitzbürzel gezogenen Auspuffrohren viel Schräglage
zu versprechen scheint. Unverhüllt der wassergekühlte Motor,
der seinen Ursprung in der 98er Fireblade hat. Draußen auf der Landstraße dann die ersten sanften Beschleunigungsversuche. Schließlich muss ich mich erst mal wieder an das Biken allgemein, dann noch an die Hornet gewöhnen. Und diese macht mir die Antastphase wirklich leicht. Sie ist ein Gerät zum Wohlfühlen. Sofort finde ich mich darauf zurecht und lasse sie nach den Warmfahrkilometern etwas saftiger laufen. Hey, das geht richtig unter die Haut, wie dieses modifizierte Bladeaggregat an der Kette zerren kann. Schon aus niedrigen Drehzahlen heraus geht die Hornet kraftvoll und immer satt am Gas hängend ans Werk. Ab 6500 Umin geht sie sanft in heftige Beschleunigungsaktionen über, die ohne Reduzierung des Vorwärtsdrangs bis an den Begrenzer gehen können. Ausdrehen ist jedoch nicht nötig, Da die Hornet einen großen Drehzahlbereich zur Verfügung stellt, in dem sie satt am hinteren Gummi radiert, kann sie auch kommod in den hohen Gängen gefahren werden und jederzeit die gesamte Fuhre in meist zu hohe Geschwindigkeitsregionen treiben. Der dann schnell auftretende Orkan von vorne, dem man ungebremst ausgeliefert ist, bringt einen dann schnell wieder zur Raison bzw. liefert eine realistische Rückmeldung über die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit. Ich möchte es nochmals betonen:
die Durchzugswerte der Hornet 900 sind vom Feinsten. Sie wirkt auf
den ersten Blick hin eher wie ein Mittelklasse-Krad aufgrund ihrer
eher feingliedrigen Erscheinung. Doch sie versprüht die Power
und den Elan wie sie eher in der 1200er-Naked-Fraktion zu finden ist.
Die geht so richtig gut ab. Dieses breite Grinsen mit dem ohrenverbindenen
Auf meiner Hausstrecke kommt dann
die Stunde der Wahrheit. Schließlich besteht ein Moppett nicht
nur aus Motor. Das Gesamtbild entscheidet. Die Hornet zeigt sich auf kleinen kurvenreichen Straßen so richtig in ihrem Element. Leichtfüßig lässt sie sich dankbreiter Deichsel mit geringem Kraftaufwand durch enge Kombinationen wedeln. In schnellen Kurven genügen zum Einlenken knappe Lenkimpulse, um die Maschine in die gewünschte Richtung zu bringen, die sie relativ stur verfolgt. Relativ, da bei höheren Geschwindigkeiten natürlich durch Luftverwirbelungen, die an den Armen und Schultern des Fahrers zerren, direkte Lenkimpulse an den recht breiten Lenker weiter gegeben werden, was das Fahren um die 200 km/h manchmal etwas unruhig werden lässt. Eine kleine Lenkerverkleidung könnte da sicherlich Abhilfe verschaffen. Was das Bild beim Schnellfahren zudem
etwas trübt, ist ein Aufschaukeln des Hecks. Das lässt auf
eine zu weiche Dämpfung des Federbeins hinten schließen.
Was mich stark beeindruckt, sind
die Schräglagen,
Leider nimmt sie sich für ihre Leistungen einiges an Normal bleifrei zur Brust. 7,5 - 8 Liter bei zügigem Normalbetrieb, jedoch 9,5 Liter bei echter Hatz finde ich schon etwas viel. Das 19 Liter Fass lässt somit knapp 250 km an Strecke bis zum Ausrollen in der Tankstelle zu. Aber was soll's. Der Spaß macht es bei diesem Gerät, das mit U-Kat bestückt zudem ein bisschen Umweltgedanke mit sich trägt. Fazit: Die Hornet kann als Spaß-
und Tourengerät gleichfalls überzeugen. Mit ihren klassischen
Instrumenten informiert sie über das Notwendigste, zeigt dabei
aber auch, dass nicht gemessene Werte wichtig sind, sondern die Fahrfreude,
die sie in jeder Situation vermitteln kann. Mit starken Bremsen und
einem zum sportlichen Kompromiss wirkenden Fahrwerk kann sie so ziemlich
alles, was man auf Landstraßen so mit einem Motorrad machen
kann. Das Konzept wirkt in sich harmonisch und bietet vom ersten Fahraugenblick
das, was sich eine Vielzahl an Bikern wünschen: pure Fahrfreude
bei satter Leistungsausbeute. Setzt man das in Relation zum wirklich
günstigen Preis von gut 8700 Euro, wirkt die Hornet schon fast
wie ein Schnäppchen.
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